Wer heute Fachkräfte gewinnen und halten will, kommt an einer Frage nicht vorbei: Welche Erwartungen hat die Generation Z an ihren Arbeitgeber? Viele Führungskräfte verbinden mit den Jahrgängen ab Mitte der Neunzigerjahre eine ganze Reihe negativer Eigenschaften. Ob diese Charakterisierung unbegründet ist oder ein Funken Wahrheit in ihr steckt, lässt sich am besten klären, indem man nicht über die junge Generation spricht – sondern mit ihr.
Genau das haben wir getan: Zehn Angehörige der Generation Z haben uns verraten, was sie sich von ihrer Arbeit wünschen und was für sie absolute No-Gos bei der Jobsuche sind. Ihre Antworten stellen wir in diesem Beitrag vor – zusammen mit einer Einordnung, was HR-Verantwortliche und Führungskräfte daraus ableiten können.
Generation Z – Wer ist das eigentlich?
Jede Generation bekommt einen Namen: Die Babyboomer etwa wurden in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg geboren. Zur Generation Z zählt man üblicherweise die Jahrgänge ab Mitte der 1990er-Jahre bis etwa 2010. Da die ältesten Vertreterinnen und Vertreter dieser Generation erst seit wenigen Jahren im Berufsleben stehen, fällt eine abschließende Beschreibung derzeit noch schwer.
Einige Merkmale haben sich dennoch bereits herauskristallisiert. Die Generation Z ist die erste, die als Digital Natives gilt: Sie ist mit Smartphone und Internet aufgewachsen und kann sich ein Leben ohne digitale Medien kaum vorstellen. Kennzeichnend sind außerdem ein häufig ausgeprägtes Umweltbewusstsein und der Wunsch, Arbeit und Freizeit klar voneinander zu trennen – Stichwort Work-Life-Balance.
Viele versuchen zwar, den Erwartungen der eigenen Eltern gerecht zu werden und einen guten Job zu finden. Zugleich soll die Selbstverwirklichung dabei nicht zu kurz kommen: Arbeit ohne erkennbaren Sinn ist für viele dieser Generation keine Option. Wie sich diese Haltung in die größeren Entwicklungen der Arbeitswelt einfügt, zeigt auch unser Beitrag zu den 4 Trends für die Arbeitswelt der Zukunft.
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10 Wünsche an den Arbeitsplatz – die Generation Z im O-Ton
So viel zur Theorie. Nun kommt die junge Generation selbst zu Wort: Was sind ihre persönlichen Wünsche an den (zukünftigen) Arbeitgeber und Arbeitsplatz? Zehn Personen haben geantwortet.
Thomas, 25 – Examinierte Pflegefachkraft
"Ich denke, Homeoffice kann die Produktivität steigern und motivieren: Der Tag lässt sich produktiver nutzen. Es entfallen z. B. Hin- und Rückfahrt zum Arbeitsplatz, was zugleich die Umwelt entlastet. Aber es sollte einem die Wahl gelassen werden! Nicht jeder hat passende Räumlichkeiten. (…) Mir ist neben einer guten Bezahlung vor allem wichtig, dass meine Privatsphäre respektiert und geachtet wird. Nur weil die Firma das Leben meines oder meiner Vorgesetzten ist, gilt das nicht automatisch auch für mich – man lebt nicht, um zu arbeiten."
Dennis, 25 – Ausgebildeter Schreiner und Mitarbeiter im Service (Metallgewerbe)
"Gerne würde ich in Teilzeit oder zumindest in flexibler Gleitzeit arbeiten, um eine bessere Work-Life-Balance zu haben und meinen Tag effektiver nutzen zu können. (…) Ich möchte lieber Angestellter in einem Konzern sein, um einen geregelten Arbeitstag zu haben und nach Feierabend den Kopf freizuhaben. In einem Start-up trifft man aber auf neue Herausforderungen, was ich interessant finde. (…) Am meisten lege ich Wert auf ein angemessenes Einkommen, passende Arbeitszeiten und den Umgang mit den KollegInnen. (…) Ich halte nichts von Ausbeutung – wir sind alle nur Menschen und keine Roboter."
Rebecca, 25 – B.A. Architektur
"In Gleitzeit zu arbeiten ist entspannter, weil man sich die Zeit besser einteilen kann. So ist es einfacher, z. B. Termine wahrzunehmen. Aber ich finde es sinnvoll, im Büro zu arbeiten: Man kann Themen miteinander diskutieren und sich gegenseitig helfen – und es gibt eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit. (…) Das Wichtigste bei meinem Job ist, dass ich mich wohlfühle. Egal, wie viel Geld man verdient – es bringt nichts, wenn man sich jeden Tag zur Arbeit überwinden muss. Trotzdem will ich mich nicht 'unter Wert verkaufen': Es muss also beides stimmen. (…) Herabwürdigendes Verhalten gegenüber Mitarbeitenden, egal in welchem Ausmaß, kann ich nicht ausstehen."
Nicole, 25 – B.A. Game Arts
"Ich möchte meine Arbeitszeiten flexibel in meinen Alltag einbauen können. 40 Stunden pro Woche sind meiner Meinung nach ein veraltetes und ausbeuterisches Konzept, von dem ich gerne absehen würde. (…) Außerdem wünsche ich mir eine gute Arbeitsatmosphäre sowie ein faires Gehalt. Wenn meine Bemühungen weder zwischenmenschlich noch finanziell geschätzt werden, ist das für mich ein No-Go. (…) Selbstständigkeit oder die Arbeit in einem Start-up empfinde ich als potenziell weniger konservativ – das erlaubt einem mehr Freiheiten für die Work-Life-Balance."
Hannah, 23 – Studierende im Bereich Online-Redaktion
"Durch Vollzeitarbeit geht mir wertvolle Zeit verloren, die ich eigentlich gerne in meine psychische und körperliche Gesundheit investieren würde. Die Arbeit von zu Hause gefällt mir sehr gut, weil ich nicht gerne unter Beobachtung arbeite. (…) Ich sehe Arbeit als Notwendigkeit, mir ein angenehmes Leben zu finanzieren – daher ist mir die Bezahlung natürlich wichtig. Trotzdem zählt für mich der Umgang miteinander. Außerdem möchte ich Berufliches von Privatem trennen: Ich will nicht die beste Freundin meiner Chefs sein und mich nicht sozial verpflichtet fühlen, bei Auflockerungsspielen mitzumachen oder abends nach der Arbeit noch Teambuilding-Maßnahmen zu absolvieren."
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Bianca, 21 – Ausgebildete Flugbegleiterin
"Ich arbeite lieber in Vollzeit, weil ich möglichst viel verdienen möchte und in meinem Job bei Mehrarbeit nicht nur Überstunden, sondern auch Zusatzleistungen wie Spesen hinzukommen. Dabei ist mir die Arbeit in Präsenz lieber, da ich am besten im Team mit anderen funktioniere. (…) Was mir an meiner Arbeit besonders wichtig ist: die Firmenkultur und Klarheit in der Kommunikation. Dinge vor ArbeitnehmerInnen zu verheimlichen oder Veränderungen nicht anzusprechen, geht gar nicht."
Deborah, 18 – Studierende im Bereich Kommunikationsdesign
"Man kann noch so viel Geld verdienen oder ideale Arbeitszeiten haben: Wenn man sich im menschlichen Umfeld nicht wohlfühlt, ist man weniger produktiv und findet wenig Freude an der Arbeit. (…) Ich würde ungern die Risiken einer Selbstständigen tragen, finde aber, dass man in einem Start-up mehr mitbestimmen und beeinflussen kann – vor allem, weil etablierte Konzerne teilweise nicht die modernen Ideale vertreten. (…) Ein respektvoller Umgang miteinander – besonders zwischen Personen aus unterschiedlichen Hierarchiestufen – und flexible Arbeitszeiten sind für mich ein Muss. Aber auch die Werte des Unternehmens spielen eine Rolle."
Mike, 25 – Ausgebildeter Maler und Lackierer, Tätigkeit im Kanalsanierungsbereich
"In meinem Familienumfeld sind viele Personen selbstständig – dadurch weiß ich, wie stressig und nervenaufreibend das sein kann. Gerade in der Anfangszeit, in der man sich noch etwas aufbauen muss, ist man quasi nur am Arbeiten. Ich finde, das hat die meisten Selbstständigen aus meinem Umfeld auch sehr verändert: Sie wurden egoistischer und gereizter – und das möchte ich einfach nicht sein. Als Angestellter habe ich außerdem mehr Rechte und Freiheiten als Selbstständige, und das sehe ich als großes Privileg. Ich mag es aber nicht, wenn ArbeitgeberInnen es für selbstverständlich halten, dass man immer abrufbereit ist und alles für die Arbeit tun würde."
Sandra, 23 – Bürokraft
"Wenn ich wählen könnte, würde ich in Gleitzeit arbeiten. So habe ich die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann ich anfange und wann ich aufhöre zu arbeiten. Wenn ich beispielsweise nachts mal nicht schlafen konnte, gehe ich dafür einfach später zur Arbeit und hole den Schlaf nach – das steigert letztlich meine Produktivität, weil ich nicht völlig übermüdet bin. (…) Cholerische Vorgesetzte, die ihre Mitarbeitenden immer nur auf Fehler statt auf Erfolge hinweisen und dabei an die Decke gehen, sind für mich ein klares No-Go."
Stefan, 19 – Auszubildender als Schreiner
"Die Vorstellung, in Teilzeit zu arbeiten, finde ich attraktiver – denn ich kann mir vorstellen, in Zukunft eine Familie zu gründen, und möchte genug Zeit mit ihr verbringen können. (…) Im Moment will ich lieber angestellt sein, aber in keinem Konzern mit 1.000 Leuten – ich will selbst 'ein Gesicht' in der Firma haben. (…) Ich kann mir aber vorstellen, mich nebenbei selbstständig zu machen, wenn ich irgendwann genug Erfahrung gesammelt und meine 'Schäfchen im Trockenen' habe. Aber nicht, um Geld zu verdienen, sondern weil mir die Arbeit Spaß macht."
Zusammengefasst: Was wünscht sich die Generation Z vom Arbeitgeber?
Obwohl die befragten Personen unterschiedliche Biografien haben, zeigen sich in ihren Antworten viele Gemeinsamkeiten. Die wichtigsten Aussagen im Überblick:
- Faires und gutes Gehalt: Eine angemessene Bezahlung ist für alle ein Muss – aber kein Allheilmittel. Stimmt die Atmosphäre am Arbeitsplatz nicht, ist es den meisten das Geld nicht wert.
- Flexible(re) Arbeitszeiten: Die individuellen Präferenzen unterscheiden sich, doch eines haben die Antworten gemeinsam: Die Generation Z will sich ihre Arbeit flexibel einteilen. Vielen ist dabei eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit wichtig.
- Offene Kommunikation: Die Generation Z will wissen, was – und vor allem warum – etwas im Unternehmen geschieht. Entscheidungen, die über die Köpfe der Mitarbeitenden hinweg getroffen werden, sind für viele ein No-Go.
- Flexible(re) Arbeitsweise: Nicht alle bevorzugen das Homeoffice. Viele wünschen sich stattdessen, selbst die Arbeitsweise wählen zu können, mit der sie die besten Leistungen erbringen – zu Hause, im Büro oder hybrid.
- Selbstständigkeit? Finanzielle Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit reizen zwar viele. Der damit verbundene Aufwand und die große Verantwortung schrecken jedoch ebenso viele ab.
Für Führungskräfte lohnt sich ein genauer Blick auf diese Punkte: Wer die No-Gos der jungen Generation dauerhaft ignoriert, riskiert nicht nur Kündigungen, sondern auch den stillen Rückzug am Arbeitsplatz. Was dahintersteckt und woran Sie ihn erkennen, lesen Sie im Beitrag zur inneren Kündigung.
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So behalten Sie die Stimmung Ihrer Mitarbeitenden im Blick
Die Wünsche der zehn Befragten zeigen: Selbst innerhalb einer Generation haben nicht alle die gleichen Bedürfnisse und Erwartungen. Doch wie erkennen Sie als Führungskraft frühzeitig, ob und wo bei Ihren (jungen) Mitarbeitenden der Schuh drückt?
Auch wenn der jungen Generation oft nachgesagt wird, ihre Meinung besonders offen zu äußern, trifft das bei Weitem nicht auf alle zu. Im persönlichen Gespräch ist es schwer, die wahren Wünsche oder Sorgen der Mitarbeitenden zu erfahren – die tatsächliche Stimmung im Unternehmen bleibt so häufig verborgen. Warum regelmäßige, anonyme Befragungen hier mehr leisten als das Bauchgefühl, erklärt der Beitrag Mit Mitarbeiterbefragungen die Mitarbeiterzufriedenheit messen.
Eine mögliche Lösung ist eine automatisierte Umfrage-Software wie Kiwimo. In regelmäßigen Abständen versendet das Tool kurze Stimmungsumfragen – sowohl an das gesamte Unternehmen als auch an einzelne Teams. Die Befragung erfolgt dabei vollständig anonym. So erhalten Mitarbeitende die Möglichkeit, offen zu sagen, was gut und was schlecht läuft – gerade dann, wenn sie es im persönlichen Gespräch nicht tun würden.
Ein weiterer Vorteil: Kiwimo bereitet die Ergebnisse automatisch auf und stellt die Stimmung als zeitlichen Verlauf in übersichtlichen Dashboards und Reports dar. So erkennen Führungskräfte Entwicklungen und Veränderungen frühzeitig – aufgeschlüsselt nach Teams oder Standorten. Weshalb dieser kontinuierliche Ansatz der klassischen Papier-Befragung überlegen ist, zeigt der Beitrag 6 Gründe, warum die Mitarbeiterbefragung per Fragebogen ausgedient hat.
Die Generation Z ist weder arbeitsscheu noch verwöhnt – sie hat klare Vorstellungen: ein faires Gehalt, flexible Arbeitszeiten, offene Kommunikation und ein respektvolles Miteinander. Wer diese Erwartungen ernst nimmt, hat gute Chancen, junge Talente zu gewinnen und zu halten. Da die Bedürfnisse individuell verschieden sind, hilft nur eines: regelmäßig und ehrlich nachfragen. Anonyme, kontinuierliche Stimmungsmessungen – etwa mit einem Tool wie Kiwimo – machen sichtbar, wo der Schuh drückt, bevor Unzufriedenheit zur Kündigung führt.
Häufige Fragen
Was wünscht sich die Generation Z von ihrem Arbeitgeber?
Die wichtigsten Wünsche sind ein faires Gehalt, flexible Arbeitszeiten, offene Kommunikation und eine flexible Arbeitsweise – ob im Büro, zu Hause oder hybrid. Geld allein reicht dabei nicht: Stimmt die Atmosphäre am Arbeitsplatz nicht, ist es das für die meisten nicht wert.
Wer gehört zur Generation Z?
Zur Generation Z zählen Personen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden. Sie ist die erste Generation der Digital Natives – aufgewachsen mit Smartphone und Internet. Da die ersten Jahrgänge erst vor wenigen Jahren erwachsen wurden, ist eine abschließende Beschreibung dieser Generation derzeit noch schwer möglich.
Was sind No-Gos für die Generation Z bei der Arbeit?
Zu den häufig genannten No-Gos zählen herabwürdigendes oder cholerisches Verhalten von Vorgesetzten, fehlende Wertschätzung, intransparente Entscheidungen über die Köpfe der Mitarbeitenden hinweg und die Erwartung ständiger Erreichbarkeit. Auch mangelnder Respekt zwischen Hierarchiestufen wird klar abgelehnt.
Wie finden Arbeitgeber heraus, was junge Mitarbeitende wirklich denken?
Im persönlichen Gespräch äußern viele Mitarbeitende ihre wahren Wünsche und Sorgen nicht – auch in der jungen Generation. Regelmäßige, vollständig anonyme Stimmungsumfragen schaffen hier Abhilfe: Sie geben Mitarbeitenden die Möglichkeit, offen zu sagen, was gut und was schlecht läuft, und zeigen Führungskräften die Stimmungsentwicklung im zeitlichen Verlauf.
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