Wer sich über den Bundesverband der Personalmanager informiert, stößt schnell auf zwei Namen: den Personalmanagementkongress, nach Angaben des Verbands der größte Kongress für strategisches Personalmanagement im deutschsprachigen Raum – und die Preise, mit denen der Verband besondere HR-Projekte sichtbar macht. Auf der Kongressbühne in Berlin überreichte Verbandspräsidentin Inga Dransfeld-Haase die Urkunde für den ersten Platz des Nachwuchsförderpreises an Kiwimo, einen Anbieter für digitale Mitarbeiterbefragungen und Stimmungsmessung.

Im Anschluss an die Verleihung sprach Kiwimo mit der Präsidentin über die Arbeit des Verbands, die Idee hinter den Auszeichnungen – und darüber, warum echtes Zuhören für Unternehmen wichtiger ist denn je. Das vollständige Interview lesen Sie hier.

Wer steht hinter dem Bundesverband der Personalmanager?

Kiwimo: Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) hat Kiwimo heute mit dem ersten Platz des Nachwuchsförderpreises ausgezeichnet. Frau Dransfeld-Haase, Sie sind die Präsidentin des Verbandes. Würden Sie sich und den BPM kurz vorstellen? Und was ist der Personalmanagementkongress?

Inga Dransfeld-Haase: Mein Name ist Inga Dransfeld-Haase, ich bin Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager. Hauptberuflich arbeite ich als Direktorin People & Culture Deutschland/Österreich/Schweiz bei der BP Europa SE. Der BPM ist die berufsständische Vereinigung für Personalmanagerinnen, Personalmanager und Personalverantwortliche aus Unternehmen, Verbänden und anderen Organisationen. Der Verband entwickelt mit seinen Mitgliedern ein Leitbild des Berufsstandes und leistet einen Beitrag zu dessen Professionalisierung, Qualifizierung und Internationalisierung. Er setzt sich für anerkannte Ausbildungsstandards ein und fördert den Austausch innerhalb des Berufsstandes – auch über nationale Grenzen hinaus.

Der Personalmanagementkongress, auf dem Sie heute den ersten Platz des Nachwuchsförderpreises gewonnen haben, ist der größte Kongress für strategisches Personalmanagement im deutschsprachigen Raum und jedes Jahr ein Fixpunkt der HR-Community. Auf dem Kongress wird über die Zukunft des Personalmanagements gesprochen: an zwei Tagen, mit zahlreichen Gästen und in ganz unterschiedlichen Formaten. Im Mittelpunkt stehen Diskussionen, Inspirationen, neue Ideen und das Knüpfen neuer Kontakte.

Am ersten Kongresstag haben wir über die neuen Arbeitswelten, ihre Chancen und Herausforderungen sowie die Workforce Transformation gesprochen – aus unserer Sicht das zentrale HR-Thema der kommenden Jahre. Am zweiten Tag rücken die Mitglieder des Verbandes in den Mittelpunkt: Was zeichnet uns als BPM aus? Warum sollte man bei uns Mitglied werden? Wer sind wir eigentlich, und was bietet unser Netzwerk? Ein großer Mehrwert eines solchen Netzwerks ist es, starke Kolleginnen und Kollegen an seiner Seite zu haben, von deren Impulsen und Erfahrungsschatz man lernen kann – gerade in einer immer komplexer werdenden HR-Welt. Mit dem Nachwuchsförderpreis und dem Personalmanagement Award haben wir auch dieses Jahr wieder Projekte und Unternehmen ausgezeichnet, die im HR-Bereich besonders positiv herausstechen. All das zeigt: Der BPM und seine Mitglieder haben viel zu bieten. Ich freue mich über alle, die uns noch nicht kennen und über diesen Beitrag zum ersten Mal von uns erfahren.

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Was hinter Nachwuchsförderpreis und Personalmanagement Award steckt

Kiwimo: Sie haben es bereits erwähnt: Komplexität ist ein großes Thema im HR. Eine Möglichkeit, damit umzugehen, ist es, Leuchtturmprojekte im HR auszuzeichnen. Was steckt hinter den Preisen des Bundesverbands der Personalmanager, mit denen heute unter anderem Kiwimo bedacht worden ist?

Inga Dransfeld-Haase: Bei den vielen neuen Themen, Trends und Technologien kann man im Personalmanagement schnell den Überblick verlieren. Mit unseren Preisen – dem Nachwuchsförderpreis und dem Personalmanagement Award – möchten wir daher Orientierung geben und Akzente im HR setzen. Aus Verbandssicht ist das ein Gewinn: Je mehr Bewerbungen wir erhalten, desto breiter können wir unseren Mitgliedern Zugang zu den neuesten Themen und Ideen im HR geben. Wir können ihnen damit sagen: "Schauen Sie einmal dorthin, das ist etwas Besonderes, das könnte sich lohnen." Denjenigen, die sich beworben haben, möchten wir zugleich eine Plattform bieten – auf dem Personalmanagementkongress und auf unseren Social-Media-Kanälen. Zudem haben wir mit dem „Human Resources Manager“ ein Magazin, in dem fachlich fundiert berichtet werden kann. Die Idee dahinter: echte Leuchttürme im HR zum Strahlen zu bringen.

Mehr zu den Hintergründen der Preisverleihung an Kiwimo lesen Sie im Beitrag Kiwimo erhält Auszeichnung durch den Bundesverband der Personalmanager.

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Die drei Top-Themen im HR für die nächsten Jahre

Kiwimo: Was sind, kurz zusammengefasst, Ihre drei Top-Themen im HR, mit denen sich Personalverantwortliche in den nächsten Jahren beschäftigen sollten?

Inga Dransfeld-Haase: Thema Nummer eins ist die Workforce Transformation. An zweiter Stelle steht die Gestaltung der neuen, hybriden Arbeitswelten. Und schließlich das Thema "Belonging" in der hybriden Arbeitswelt: Wie schaffe ich es, dass sich Mitarbeitende zugehörig fühlen? Dass sie das Gefühl haben: Das ist mein Arbeitgeber, hier gehöre ich hin, das ist nicht austauschbar. Was ist der Zweck, der Purpose – und warum bin ich hier? Die neuen Arbeitswelten zu gestalten, das geht nicht ohne HR.

Wie stark sich Arbeitswelten aktuell verändern und welche Rolle die Stimmung in der Belegschaft dabei spielt, beleuchtet auch der Beitrag 4 Trends für die Arbeitswelt der Zukunft.

Partizipation und echtes Zuhören: der Tipp der Präsidentin

Kiwimo: Dabei ist auch die Partizipation der Mitarbeitenden ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wie schafft man es, dass sich Mitarbeitende als Teil des Unternehmens fühlen und einen Sinn in ihrer Arbeit finden? Haben Sie Tipps für Unternehmen – oder eigene Erfahrungswerte?

Inga Dransfeld-Haase: Auf jeden Fall zuhören. Und zuhören heißt, dass man wirklich zuhört – dass die Führungskraft, aber auch das Unternehmen prüft, welche Kanäle sich eignen, um Feedback einzuholen. Damit meine ich nicht die klassische Mitarbeiterbefragung im Ein- oder Zweijahresrhythmus mit den immer gleichen Fragen. Es geht um die Frage: Was kann man darüber hinaus tun? Wie bleibt man am Puls der Zeit? Wie erkennt man, was die Menschen im Unternehmen bewegt? Wenn wir die Antworten auf solche Fragen erst nach ein oder zwei Jahren sehen, können wir im Personalmanagement nur verspätet reagieren. Es geht also um regelmäßiges und ehrliches Feedback – das ist ausschlaggebend für ein partizipatives und wertegetragenes Unternehmen.

Kiwimo: Vielen Dank für das Interview und die Auszeichnung von Kiwimo durch den Bundesverband der Personalmanager.

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Was HR-Verantwortliche aus dem Interview mitnehmen können

Die Kernaussage von Inga Dransfeld-Haase lässt sich auf einen Punkt bringen: Zuhören funktioniert nur, wenn Feedback regelmäßig und ehrlich fließt – nicht erst nach ein oder zwei Jahren. Wer als HR-Verantwortliche oder Führungskraft erst mit großer Verzögerung erfährt, was die Belegschaft bewegt, kann nur verspätet reagieren. Warum die klassische Papierumfrage diesem Anspruch oft nicht mehr genügt, erläutert der Beitrag 6 Gründe, warum die Mitarbeiterbefragung per Fragebogen ausgedient hat.

Genau an dieser Stelle setzen digitale Werkzeuge für kontinuierliche Stimmungsmessung an. Kiwimo, das vom BPM ausgezeichnete HR-Tool, ermöglicht regelmäßige, für Mitarbeitende anonyme Befragungen und bereitet die Ergebnisse in Dashboards und automatischen Reports für Führungskräfte und Geschäftsführung auf – DSGVO-konform und aufgeschlüsselt nach Teams und Standorten. Wie sich Zufriedenheit systematisch erfassen lässt, zeigt auch der Grundlagenbeitrag Mit Mitarbeiterbefragungen die Mitarbeiterzufriedenheit messen.

Auch die drei von der Präsidentin genannten Zukunftsthemen – Workforce Transformation, hybride Arbeitswelten und Belonging – haben eines gemeinsam: Sie lassen sich nicht vom Schreibtisch aus gestalten. Ob sich Mitarbeitende zugehörig fühlen und einen Sinn in ihrer Arbeit sehen, erfahren Unternehmen nur, wenn sie danach fragen – und die Antworten ernst nehmen. Regelmäßige Stimmungsmessung liefert dafür die Datengrundlage, ersetzt aber nicht das anschließende Handeln: Wer fragt, muss sichtbare Konsequenzen ziehen, sonst leidet das Vertrauen in künftige Befragungen.

Das Interview mit Inga Dransfeld-Haase zeigt, wofür der Bundesverband der Personalmanager steht: Professionalisierung des Berufsstandes, Austausch innerhalb der HR-Community und Orientierung in einer komplexer werdenden Arbeitswelt. Mit dem Nachwuchsförderpreis macht der Verband Projekte sichtbar, die im HR neue Wege gehen – 2021 ging der erste Platz an Kiwimo. Die inhaltliche Botschaft der Präsidentin gilt dabei unabhängig von jeder Auszeichnung: Regelmäßiges, ehrliches Feedback ist die Grundlage für ein partizipatives Unternehmen. Wer Zuhören ernst meint, braucht dafür Kanäle, die schneller reagieren als die klassische Befragung im Ein- oder Zweijahresrhythmus.

Häufige Fragen

Was ist der Bundesverband der Personalmanager (BPM)?

Der BPM ist die führende berufsständische Vereinigung für PersonalmanagerInnen und Personalverantwortliche aus Unternehmen, Verbänden und anderen Organisationen. Er entwickelt mit seinen Mitgliedern ein Leitbild des Berufsstandes, setzt sich für anerkannte Ausbildungsstandards ein und fördert den Austausch innerhalb der HR-Community – auch über nationale Grenzen hinaus.

Was ist der Personalmanagementkongress?

Der Personalmanagementkongress ist der größte Kongress für strategisches Personalmanagement im deutschsprachigen Raum und gilt als jährlicher Fixpunkt der HR-Community. An zwei Tagen wird in verschiedenen Formaten über die Zukunft des Personalmanagements diskutiert; außerdem werden dort der Nachwuchsförderpreis und der Personalmanagement Award verliehen.

Wofür hat Kiwimo den Nachwuchsförderpreis des BPM erhalten?

Kiwimo, ein digitales HR-Tool für regelmäßige Mitarbeiterbefragungen und Stimmungsmessung, wurde auf dem Personalmanagementkongress in Berlin mit dem ersten Platz des Nachwuchsförderpreises ausgezeichnet. Die Urkunde überreichte BPM-Präsidentin Inga Dransfeld-Haase vor über 500 Entscheidungsträgern und HR-Verantwortlichen auf der Kongressbühne.

Warum reicht eine Mitarbeiterbefragung alle ein bis zwei Jahre nicht aus?

Laut BPM-Präsidentin Inga Dransfeld-Haase sehen Personalverantwortliche bei klassischen Befragungen im Ein- oder Zweijahresrhythmus erst sehr spät, was die Belegschaft bewegt – und können entsprechend spät reagieren. Regelmäßiges, ehrliches Feedback ist dagegen ausschlaggebend für ein partizipatives und wertgesteuertes Unternehmen.

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